Paul-Guenther-Oberschule | Paul-Guenther-Grundschule

pauli_header9.jpg
SAM_0964.JPG
SAM_3221.JPG
pauli_header1.jpg
pauli_header7.jpg
SAM_0967.JPG
SAM_1662.JPG
SAM_3225.JPG
pauli_header6.jpg

Das i- Tüpfelchen in der Auswanderungsgeschichte

von Dr. Gottfried Senf, Geithain

Paul Guenther wanderte bekanntlich 1890 nach USA aus. Das Jahr seiner Auswanderung in die USA kannten die Geithainer von Anfang an.  Warum er sich dazu entschloss, wann und wie die Auswanderung 1890 erfolgte und weitere Details waren aber über lange Zeit in Geithain völlig unbekannt. In den fast 30 Jahren bis zu seinem ersten Geithain-Besuch 1919 entstanden in der Kleinstadt  abenteuerliche Gerüchte. Er habe Deutschland als blinder Passagier auf einem Schiff verlassen und er sei aus Chemnitz, ohne das Wissen seiner Eltern, heimlich verschwunden. Das war alles noch relativ harmlos. Man munkelte jedoch auch in Richtung strafrechtlicher Gründe. Die Gerüchte verstummten zwar in den Jahren nach 1925. Guenther wurde als Schulstifter gefeiert und Fragen zu stellen zu Details seiner Auswanderung galt als nicht opportun. In den 45 Jahren nach 1945 sollte bekanntlich der Name des Schulstifters ganz aus der Stadtöffentlichkeit verschwinden, was schließlich auch fast gelungen war. Ernsthafte Nachforschungen konnten  erst nach 1990 beginnen. Eine Anfrage beim Historic Emigration Center in Hamburg ergab, dass im Jahr 1890 in den vollständig erhaltenen Passagierlisten der Name Paul Guenther nicht vertreten war. Blieb noch Bremerhaven. Dort sind jedoch bei Bombenangriffen am Ende des 2. Weltkrieges alle Unterlagen, auch die zu 1890, vernichtet worden. Persönliche Verbindungen zu einem Heimatforscher in Thalheim brachten schließlich entscheidende Ergebnisse: Wir erhielten alle Wohnanschriften Guenthers in Thalheim und Chemnitz! Das wichtigste jedoch war die Entdeckung eines Eintrags im Meldebuch der Stadt Chemnitz vom 4. Februar 1890 zum „Kaufmann Paul Guenther, Chemnitz, Zwickauer Straße 74 III: Abgemeldet nach New York, Paß erhalten.“ Dem Gerücht vom heimlichen oder gar fluchtartigen Verlassen seiner Heimat war damit der Boden entzogen. Also im Februar oder März 1890 und wahrscheinlich von Bremerhaven aus ist er in die USA ausgereist. Das war der Kenntnisstand bis vor kurzer Zeit. Nun wissen wir es ganz genau: Er ist am 20. Februar 1890 von Bremerhaven aus auf dem Schnelldampfer  „SMS Saale“ nach New York in die USA ausgewandert. Das wird durch die Abschrift eines Dokumentes (offensichtlich Antrag auf Erteilung eines Reisepasses) nachgewiesen. Wir verdanken diese Kopie Herrn Ralf Niemann. In seiner Arbeit als Kirchner ergaben sich mit Besuchern des Kirchenarchivs gelegentlich Gespräche.

Herrn Niemanns „historisches Gespür“ führte schließlich bei einer Besucherin zum oben genannten Erfolg.

[Previous Month] November 2018 [Next Month]
MoDiMiDoFrSaSo
442930311234
45567891011
4612131415161718
4719202122232425
48262728293012

Die größten Ereignisse,
das sind nicht die lautesten,
sondern unsere stillsten
Stunden.

Friedrich Wilhelm Nietzsche




Förderverein der Paul-Guenther-Schule | Schillerstr. 13 | 04643 Geithain | Telefon: 034341/42494